Schon im 18. Jahrhundert wurden im Schwarzwald Uhren gefertigt, welche durch die berühmten "Schwarzwälder Uhrenträger" in ganz Europa und bis in die Türkei verkauft wurden. Diese Form des Uhren-Gewerbes, die sog. "Heim"- oder "Hausuhr-Macherei" wurde im 19. Jahrhundert allmählich durch viele neu gegründete "Uhren-Fabrikationen" und später den Uhrenfabriken abgelöst. Diese neuen Spezialbetriebe benötigten spezielle Werkzeuge und Vorrichtungen für die rationelle Serienfertigung ihrer Produkte.
![]() Im St. Georgener Ortsteil Stockwald, im sogenannten "Krumpenloch" fertigte eine Familie Steidinger über Generationen hinweg im Heimgewerbe Uhrenbestand-Teile und vor allem selbsterdachte und "ertüftelte" Spezialwerkzeuge und Vorrichtungen für die Uhrenherstellung. |
![]() links: Christian Steidinger jun. (DUAL) mitte: Christian Steidinger-Senior rechts: Josef Steidinger (Perpetuum)
Mit der Erfindung und Herstellung einer "Spindelbohrmaschine" mit Teilscheibe zum rationellen Bohren von "Laternen"- oder "Hohl-Trieben" Mitte des 19.Jahr- Hunderts wird der Name Steidinger weit über St. Georgen hinaus in der Uhren-Industrie ein Begriff.
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Christian Steidinger Junior erbaut 1900 in St. Georgen ein Wohnhaus, im Untergeschoss richtet er eine neue Werkstatt ein und fertigt mit zunächst acht Mitarbeitern Räder für Wassermesser, Anker, Balancewellen und sonstige Uhrenenbestandteile. | ![]() |
![]() Josef Steidinger mietet sich Räume im Untergeschoss des Gasthauses "Deutsches Haus" in St. Georgen und beginnt dort 1900 mit der Fertigung von Bestandteilen für Uhren und Wassermesser. Außerdem fertigt er dort die patentrechtlich geschützte "Steidingers ewige Klingel", eine Türklingel, bei der der Klöppel durch ein "Federwerk" angetrieben wird. |
![]() Da sich die Brüder Josef und Christian Steidinger geschäftlich zusammenschließen wollten, wird beim Wohnhaus von Christian ein Neubau für 40 Mitarbeiter erstellt. Am 1.August 1906 zieht Josef Steidinger mit seinen Mitarbeitern in das neue Gebäude um; es werden nun zusammen 25 Mitabeiter beschäftigt. Am 1. Februar 1907 entsteht dadurch - jetzt auch rechtlich - die Firma |
Nachdem 1907 schon Federwerke für Grammophone - allerdings noch in "Fremdauftrag" - gefertigt wurden, zeigt das junge Unternehmen auf der
Leipziger Frühjahrsmesse 1908 die ersten "eigenen" Federwerke. Die daraufhin unerwartet hohe Nachfrage veranlasst die jungen Unternehmer bereits 1909 zu einer Erweiterung der Betriebsgebäude.
Zu diesem Zeitpunkt werden von ca. 60 Beschäftigten bereits pro Monat 5.000 Federwerke produziert, was 1910 zu erneuter räumlichen Erweiterung führt. Außer Federwerken für Grammophone werden jetzt auch Federwerkantriebe für die in der Umgebung ansässige Orchestrion-Industrie hergestellt; für die Firma "Hohner" in Trossingen wird ein "Drehteller-Reklamewerk" zur Warenpräsentation hergestellt.
Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Brüdern führten dazu, dass Josef Steidinger 1911 die gemeinsame Firma verlässt und sich erneut selbständig macht.
Er mietet sich Räume im "Gasthaus Sonne" und in der ehemaligen Klostersäge. Da er bei seinem Ausscheiden aus der gemeinsamen Firma einen Teil seiner Geschäftsanteile in Bestandteilen von Federlaufwerken "ausbezahlt" bekommt, kann er dort sofort eine eigene Fertigung aufbauen. Er gründet noch 1911 die
![]() Da seine Betriebsräume im "vorderen" Teil von St. Georgen angesiedelt waren, nannte man seinen Betrieb im Volksmund "der Vordere Steidinger", während der Betrieb seines Bruders Christian -da im "hinteren" Teil des Ortes gelegen- als "der Hintere Steidinger" bezeichnet wurde. |
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