PE - Perpetuum Ebner

Im Jahre 1911 trat Josef Steidinger nach Meinungsverschiedenheiten mit seinem Bruder Christian aus der 1906 gemeinsam gegründeten Firma Gebrüder Steidinger aus.

Josef Steidinger
Erste Produktionsräume im Gasthaus Sonne und ehemaliger Klostersäge, 1912

Er erhielt seine Geschäftsanteile in Bestandteilen für Federwerke "ausbezahlt".
Somit war es ihm möglich, umgehend in angemieteten Räumen eine eigene Fertigung für Sprechmaschinenantriebe aufzuziehen. Er gründete noch im gleichen Jahr die Firma

Firmenlogo, 1912

Abbruch der Klostersäge und erster Neubau, 1912

Er erwarb 1912 die ehemalige "Klostersäge". Diese wurde abgebrochen und das dazugehörige Wohnhaus auf drei Stockwerke erhöht. Am ehemaligen Sägekanal wird ein Wasserkraftwerk mit 2 x 20 PS Leistung errichtet.
Die Firma beschäftigt Ende 1912 bereits 30 Mitarbeiter.

Firmenlogo

Es werden vor allem Federwerke für Sprechmaschinen und Orchestrien, sowie Drehteller-Reklamewerke hergestellt.

Firmengebäude, ca. 1920

Während des 1. Weltkrieges werden vor allem Rüstungsaufträge erledigt; wobei in geringem Umfang weiterhin Federwerke produziert werden.
Nach Ende das Krieges 1918 werden u.a. Rasierklingen-Schleifapparate, Uhr- Werke und komplette Hausuhren gefertigt.

Federwerkmontage, ca. 1925

1920 werden bei Perpetuum von nun 90 Mitarbeitern auch erstmals komplette Grammophone gefertigt.
Steigende Nachfrage nach Federwerken macht eine mehrmalige Erweiterung der Betriebsgebäude nötig.

PE-Logo

Als der Firmengründer Josef Steidinger
1925 stirbt, hat das Unternehmen ca. 300 Mitarbeiter.

Die Firma wird nun von den Söhnen Hermann und Arthur, sowie der Tochter Hermine Steidinger geleitet.
Hermine Steidinger
Hermine Steidinger
Arthur Steidinger
Arthur Steidinger

Der Firmennahme wird geändert in

"PERPETUUM - Spezialfabrik für Sprechmaschinenlaufwerke,
Steidinger & Co. KG, St. Georgen / Schwarzwald
"

elektr. Phonoantrieb 1936

Neben den Federwerken wird ab 1931 ein neuentwickelter, elektrischer Phonoantrieb hergestellt.

Elektrolaufwerk, 1939

Im Jahre 1934 beginnt bei Perpetuum die Serienfertigung des ersten kompletten Plattenspielerchassis mit Elektromotor und elektromagnetischem Tonabnehmer (Ebner).

Das Unternehmen beschäftigt 350 Mitarbeiter.
Im Jahre 1936 heiratet die Mitinhaberin Hermine Steidinger den Konstrukteur und Fabrikanten Albert Ebner aus Bad Cannstatt.
Es erfolgt die Zusammenlegung der Firmen Perpetuum und AECO A. Ebner & Co.
Sitz der neuen Firma:

"Perpetuum-Ebner, Fabrik für Feinmechanik und Elektrotechnik,
Steidinger & Co., KG."

ist St. Georgen im Schwarzwald.
Mitinhaber Herman Steidinger scheidet noch im Jahr 1936 aus der Firma aus.

Briefkopf, 1936
Der Inhaber Albert Ebner, ca. 1950
Albert Ebner
Reklame für Federlaufwerke 1936
Die von Albert Ebner in das Unternehmen eingebrachten fachlichen- und unternehmerischen Fähigkeiten bewirken eine weitere Expansion der Firma am Markt und erfordern eine großzügige Erweiterung der Produktionsanlagen. 1939 wird die Fertigung von Federwerken ganz eingestellt.
Es werden 450 Mitarbeiter beschäftigt.
Während des 2. Weltkrieges muss das Unternehmen wieder vor allem für die Rüstung tätig werden, während die Phonoproduktion in kleinem Rahmen "nebenher" betrieben wird.
Ab 1946 werden von noch 50 Mitarbeitern mit den im Hause verbliebenen Rohmaterialien aus der Kriegsfertigung Feuerzeuge und Kleinmotoren sowie Gebläse für Holzvergaser und Supportschleifgeräte gefertigt.
Die Produktion von Einbauchassis wird wieder aufgenommen.
1948 wird der von Mitinhaber Arthur Steidinger entwickelte erste "Phonokoffer" mit eingebautem Verstärker und Lautsprecher produziert. Erster Phonokoffer 1948
Mangel an Fahrzeugpneumatik führt 1949 zur Entwicklung und Fertigung eines "Vulkanisier-Apparates".
Ab 1948 wird bei allen Phonochassis der Direktantrieb durch den "Reibradantrieb" ersetzt.
Nach der Währungsreform 1949 und dem darauf folgenden wirtschaftlichen Aufschwung konnte man sich im Hause PE wieder ganz auf die Phonotechnik konzentrieren.

PE-Plattenwechsler PW 10, 1950 Plattenwechsler Rex-Standard, ab 1951
Der erste PE - Plattenwechsler
"Automat" (später "PW 10") kam
1949 auf den Markt.
Ab 1951 werden von wieder
500 Mitarbeitern die drei-tourigen
Plattenwechsler Typen "Rex", später
"Rex A" in großen Stückzahlen produziert.

In den Jahren 1952 - 54 wurden bei PE auch Kühlschränke gefertigt; da der Erfolg am Markt angesichts der renommierten Konkurrenz eher bescheiden war, stellte man die Fertigung wieder ein.

Betriebsgebäude Hauptwerk St. Georgen, 1959

Ein neues, großzügiges Betriebsgebäude, das die bisherige Produktionsfläche auf einen Schlag verdoppelt, wird 1954 eingeweiht.
Ab 1957 werden alle Plattenspieler und Plattenwechsler mit vier-tourigem Antrieb gefertigt.

Werbung: 1 Million Plattenwechsler Rex A, 1956 Die Wechsler-Typen "Rex A", "Rex de Luxe" und später "PE 66" werden in Stückzahlen bis teilweise weit über eine Million mal gefertigt und verkauft. Sie sind in den Tonmöbeln fast aller namhafter Hersteller eingebaut. Fertigung 1955
Fertigung 1955
Als Albert Ebner 1956 stirbt, arbeiten rund 1.100 Mitarbeiter bei PE.
1961 wird das 50-jährige Betriebsjubiläum mit 850 Belegschaftsmitgliedern gefeiert.
In den 60er-Jahren werden in Tannheim und Obereschach Zweigwerke errichtet, die Motorenfertigung und Baugruppenmontage dahin ausgelagert.

PE-Phonokoffer Musical 7
Rex deluxe
letztes PE-Logo PE-Studio 2
Studio 1
PE 33 Studio
33 Studio
PE 2020
2020

Als im Jahre 1970 das Zweigwerk Hornberg eröffnet wird, hat die Firma PE ca. 1.400 Mitarbeiter.
Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten bei PE wird 1971 zwischen den ehemaligen Konkurrenten DUAL und PE "zur besseren Auslastung der Kapazitäten" eine "engere Zusammenarbeit" vereinbart, wobei PE zunächst "weitgehend" selbständig bleiben soll, die "Gesamtleitung" aber an DUAL übergeht. Zum Jahreswechsel 1972 / 73 wird PE vom langjährigen Konkurrenten DUAL ganz übernommen, wobei man offiziell von einem "Zusammenschluss" spricht.
Die Betriebsgebäude werden teilweise weiter genutzt, die Belegschaft zum Teil übernommen.
Unter dem Markennahmen PE werden noch bis 1974 Plattenspieler - allerdings mit "Dual-Technik" - gefertigt und vertrieben; danach ist die Marke erloschen.